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HANDBALL: Die Suche nach einem Melzer-Ersatz
Vorstand des 1. VfL Potsdam will so schnell wie möglich die Trainer-Lücke schließen
„Es geht um den Erhalt einer Zweitliga-Mannschaft“, sagt Ralf Kutzner. Der sportliche Leiter des VfL Potsdam hat nach der Bekanntgabe des möglichen Abschieds von Trainer Peter Melzer „einen dicken Brocken vor der Tür zu liegen“, wie es das Vorstandsmitglied treffend umschreibt. „Wir brauchen nahtlos Ersatz.“ VfL-Trainer Melzer hatte am Montag das Präsidium darüber informiert, dass er seine Bewerbungsunterlagen auf eine Lehrerstelle in Cottbus abgegeben hat. „Es geht hauptsächlich um meine Frau, die jeden Tag um 4 Uhr aufstehen und nach Cottbus zur Arbeit fahren muss“, sagt Melzer gegenüber der MAZ. „Das ist der Hauptgrund für meine Entscheidung. Nichts anderes.“
Doch somit ist auch klar: Sollte Melzer grünes Licht bekommen und den Job erhalten, ist der Abschied nicht mehr abzuwenden. Melzer würde nach drei Jahren beim VfL wieder in Cottbus anheuern. „Ich kann den Schritt aus privater Sicht völlig verstehen“, so Ralf Kutzner. „Melzer hatte vor seiner Zeit bei uns in Cottbus einiges aufgebaut. Die Stelle dort könnte auch Peter-Melzer-Stelle heißen.“ Trotz einiger „zwischenmenschlicher Probleme“ zwischen ihm und dem Trainer bedauert er den Schritt. „Peter Melzer hatte die Mannschaft im Griff“, sagt der Referent des Landessportbundes, der seit der Geburt des Vereins für den VfL unterwegs ist. „Melzer hat den Aufstieg in die zweite Liga eindrucksvoll ohne Punktverlust geschafft. Das kann nicht jeder“, lobt der 53-jährige VfLer die Arbeit des Trainers. Auch Platz acht als Neuling in der zweiten Liga ist „nicht im Vorbeigehen zuschaffen“.
Doch nun muss schnellstmöglich Ersatz her. Daran arbeiten Kutzner und Co. in diesen Tagen intensiv. „Wir brauchen eine Alternative mit Qualität“, sagt er. „Die Jungs wollen wissen, wie es weitergeht.“ In der kommenden Woche wird es ein Treffen mit der Mannschaft, Peter Melzer und dem Vorstand geben. „Dann müssen wir die Weichen für die Vorbereitung stellen, müssen klarstellen, wie die Übergabe ablaufen soll“, so Kutzner, der um die Bedeutung der neuen Spielzeit weiß.
Da nämlich muss der VfL Potsdam mindestens Platz neun in der zweiten Bundesliga erreichen, um sich eines der zwanzig Tickets für die neue, eingleisige 2. Liga zu sichern. Direkt qualifiziert sind die Absteiger aus der 1. Bundesliga sowie die Vereine, die am Ende bis einschließlich Rang neun einkommen. Hinzu kommen zwei Relegationssieger. „Eine schwere, aber lösbare Aufgabe für das Team“, findet Ralf Kutzner. Um jedoch optimal auf die neue Saison vorbereitet zu sein, muss die Personalie Trainer „in den nächsten Tagen geklärt werden.“
Kandidaten wollte der Potsdamer nicht nennen. Die Variante, dass A-Jugend-Trainer Detlef Doering den Posten übernimmt, schloss Kutzner bereits aus. „Er ist Lehrertrainer an der Sportschule und darf nur Schüler bis zur 10. Klasse trainieren“, erklärt der sportliche Leiter. Auch Alexander Haase, der schon einmal den VfL trainiert hatte und unlängst mit den Füchsen II in die zweite Liga aufgestiegen war, sei kein Thema. „Wir als Vereinsführung werden alles daran setzen, dass wir die Lücke von Peter Melzer schließen. So schnell es geht“, versichert Kutzner. (Von Sebastian Morgner)
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1. VfL Potsdam bald ohne Trainer Melzer? Teil 2
#2
Geschrieben 25.06.2010 - 21:09
Den 1. Teil möchte ich natürlich nicht unterschlagen.
Auf der HP des 1. VfL Potsdam ist folgender Bericht aus der MAZ vom 23.06.2010 veröffentlicht.
Trainer Peter Melzer vor dem Absprung
MAZ - 23.06.2010
VfL-Coach bewirbt sich in Cottbus
Erst geht der Manager, nun wird wohl auch der Trainer des VfL Potsdam folgen: Übungsleiter Peter Melzer hat sich als Lehrer an der Sportschule in Cottbus beworben, wo er schon einmal gewirkt hat. „Ich tue es meiner Frau Petra zu Liebe“, sagte er. „Sie fährt seit vier Jahren täglich mit dem Zug zur Arbeit nach Cottbus. Das will ich ihr nicht länger zumuten.“ VfL-Präsident Holger Rupprecht hat Melzers Absicht bereits toleriert.
Die Entscheidung des Erfolgstrainers ist dennoch ein Paukenschlag. Es hörte sich an wie ein Erfolgsmärchen: Der VfL stieg in die 2. Bundesliga auf, mischte die Konkurrenz auf, sprang sogar auf den zweiten Tabellenplatz. Am Ende belegte der Neuling den respektablen achten Rang.
Verantwortlich zeichneten dafür Trainer Melzer und Manager Uwe Janke. Doch nun wird das Erfolgsduo gesprengt. Das VfL-Präsidium verlängert Jankes bis zum 30. Juni laufenden Vertrag nicht. Damit verdichteten sich die Anzeichen, dass Melzer die Brocken hinwirft. Der Übungsleiter besitzt noch einen Vertrag bis 2011.
Melzer, im Hauptberuf Lehrer an der Potsdamer Sportschule, steht unter enormem Zeitdruck. Er bietet den Spielern ein ganzjähriges Training an, lädt auch vormittags zu den Übungseinheiten ein. Er kümmert sich um die Videovorbereitung und -auswertung. Doch nachdem „das Siegerteam mit Uwe Janke und Pressesprecher Wolfgang Jasinski in Ungnade gefallen ist“, wie Melzer sagte, stand ihm ein einsamer Kampf bevor. Er fühlt sich isoliert.
Jasinski, einst langjähriger Handball-Torwart in der Bezirksliga – auch bei VfL-Vorgänger PH Potsdam –, hatte die Faxen nach dem letzten Punktspiel dicke. „Ich habe die mangelnde Unterstützung des VfL-Präsidiums für Melzer und Janke beklagt. Der Umgang mit beiden war unangemessen“, so der 64-Jährige. „Ich hatte angeregt, mit dem ehemaligen Torwart Ariel Panzer zu reden, als er Abwanderungsgedanken äußerte. Die Reaktion war gleich Null.“ Auch Ex-Torwart Christian Pahl bedauerte: „Das VfL-Präsidium bekennt sich nicht zum Leistungssport.“ Jasinski hatte einen offenen Brief an das Leitungsgremium geschickt. „Ich habe keine Antwort bekommen und stehe jetzt als Nestbeschmutzer da“, sagte er. „Die Herrschaften sitzen alle kritischen Dinge aus.“
Janke wurde der „unangemessene Ton“ im Umgang mit jungen Spielern vorgeworfen. Seine fachlichen Qualitäten wurden anerkannt. Janke machte zuletzt 100 000 Euro bei einem Sponsor locker. Damit soll ein neuer Rückraumspieler mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet werden. Die Aufgaben des Managers soll künftig der sportliche Leiter des Vereins Ralf Kutzner übernehmen.
Die Macher beim VfL haben viel vor. Mit dem Erstligisten Füchse Berlin wird eine enge Kooperation angestrebt. Füchse-Manager Bob Hanning kann sich sogar einen „Großverein gemeinsam mit dem VfL vorstellen, bei dem beide Sportgemeinschaften ihre Selbstständigkeit behalten“. Platz acht muss der VfL in der nächsten Saison für die künftige einstaffelige zweite Liga belegen. Die zweiten Teams der Erstligisten dürfen dann nicht mehr dabei sein. Auch Füchse II als Aufsteiger muss nach der Saison 2010/11 den Zweitligaplatz wieder räumen. Hanning verspricht: „Die besten Spieler dieses Teams gehen dann zum VfL.“ Doch dann könnte Peter Melzer schon nicht mehr Trainer sein.
(Von Detlef Braune)
Auf der HP des 1. VfL Potsdam ist folgender Bericht aus der MAZ vom 23.06.2010 veröffentlicht.
Trainer Peter Melzer vor dem Absprung
MAZ - 23.06.2010
VfL-Coach bewirbt sich in Cottbus
Erst geht der Manager, nun wird wohl auch der Trainer des VfL Potsdam folgen: Übungsleiter Peter Melzer hat sich als Lehrer an der Sportschule in Cottbus beworben, wo er schon einmal gewirkt hat. „Ich tue es meiner Frau Petra zu Liebe“, sagte er. „Sie fährt seit vier Jahren täglich mit dem Zug zur Arbeit nach Cottbus. Das will ich ihr nicht länger zumuten.“ VfL-Präsident Holger Rupprecht hat Melzers Absicht bereits toleriert.
Die Entscheidung des Erfolgstrainers ist dennoch ein Paukenschlag. Es hörte sich an wie ein Erfolgsmärchen: Der VfL stieg in die 2. Bundesliga auf, mischte die Konkurrenz auf, sprang sogar auf den zweiten Tabellenplatz. Am Ende belegte der Neuling den respektablen achten Rang.
Verantwortlich zeichneten dafür Trainer Melzer und Manager Uwe Janke. Doch nun wird das Erfolgsduo gesprengt. Das VfL-Präsidium verlängert Jankes bis zum 30. Juni laufenden Vertrag nicht. Damit verdichteten sich die Anzeichen, dass Melzer die Brocken hinwirft. Der Übungsleiter besitzt noch einen Vertrag bis 2011.
Melzer, im Hauptberuf Lehrer an der Potsdamer Sportschule, steht unter enormem Zeitdruck. Er bietet den Spielern ein ganzjähriges Training an, lädt auch vormittags zu den Übungseinheiten ein. Er kümmert sich um die Videovorbereitung und -auswertung. Doch nachdem „das Siegerteam mit Uwe Janke und Pressesprecher Wolfgang Jasinski in Ungnade gefallen ist“, wie Melzer sagte, stand ihm ein einsamer Kampf bevor. Er fühlt sich isoliert.
Jasinski, einst langjähriger Handball-Torwart in der Bezirksliga – auch bei VfL-Vorgänger PH Potsdam –, hatte die Faxen nach dem letzten Punktspiel dicke. „Ich habe die mangelnde Unterstützung des VfL-Präsidiums für Melzer und Janke beklagt. Der Umgang mit beiden war unangemessen“, so der 64-Jährige. „Ich hatte angeregt, mit dem ehemaligen Torwart Ariel Panzer zu reden, als er Abwanderungsgedanken äußerte. Die Reaktion war gleich Null.“ Auch Ex-Torwart Christian Pahl bedauerte: „Das VfL-Präsidium bekennt sich nicht zum Leistungssport.“ Jasinski hatte einen offenen Brief an das Leitungsgremium geschickt. „Ich habe keine Antwort bekommen und stehe jetzt als Nestbeschmutzer da“, sagte er. „Die Herrschaften sitzen alle kritischen Dinge aus.“
Janke wurde der „unangemessene Ton“ im Umgang mit jungen Spielern vorgeworfen. Seine fachlichen Qualitäten wurden anerkannt. Janke machte zuletzt 100 000 Euro bei einem Sponsor locker. Damit soll ein neuer Rückraumspieler mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet werden. Die Aufgaben des Managers soll künftig der sportliche Leiter des Vereins Ralf Kutzner übernehmen.
Die Macher beim VfL haben viel vor. Mit dem Erstligisten Füchse Berlin wird eine enge Kooperation angestrebt. Füchse-Manager Bob Hanning kann sich sogar einen „Großverein gemeinsam mit dem VfL vorstellen, bei dem beide Sportgemeinschaften ihre Selbstständigkeit behalten“. Platz acht muss der VfL in der nächsten Saison für die künftige einstaffelige zweite Liga belegen. Die zweiten Teams der Erstligisten dürfen dann nicht mehr dabei sein. Auch Füchse II als Aufsteiger muss nach der Saison 2010/11 den Zweitligaplatz wieder räumen. Hanning verspricht: „Die besten Spieler dieses Teams gehen dann zum VfL.“ Doch dann könnte Peter Melzer schon nicht mehr Trainer sein.
(Von Detlef Braune)
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